Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

Allianz Geschäftsbericht 2013

126 Geschäftsbericht 2013    Allianz Konzern Reserverisiko Für in der Vergangenheit eingetretene und noch nicht abgewickelte Schadenersatzansprüche schätzen und halten wir Reserven. Sollten diese aufgrund unerwarteter Ereignisse nicht ausreichen, um mög- liche Schadenersatzansprüche abzudecken, würden wir Verluste verzeichnen. Unser Reserverisiko wird an der Volatilität der vergan- genen Schadenentwicklung über die Zeitspanne von einem Jahr gemessen. Ein Indikator für die Angemessenheit der Reserve ist die Höhe des Nettoüberschusses 1 im Vergleich zu den ursprünglichen Rückstellungen.2 Im Allgemeinen wird die Veränderung unserer Reserven für Ver- sicherungsfälle von den operativen Einheiten auf der Ebene der Geschäfts­sparten laufend verfolgt. 3 Zusätzlich unterziehen sie die Rückstellungen einmal im Jahr einer Unsicherheitsanalyse. Die hier eingesetzten Verfahren ähneln denjenigen zur Berechnung des Reserverisikos. Der ­Allianz Konzern führt regelmäßig unabhängige Überprüfungen dieser Analysen durch, zudem nehmen Vertreter des ­Allianz Konzerns an den Sitzungen des lokalen Rückstellungsaus- schusses teil. Versicherungstechnisches Risiko – Lebens- und Krankenversicherung Biometrische Risiken in der Lebens- und Krankenversicherung umfassen Sterblichkeits-, Invaliditäts-, Krankheits- und Langlebig- keitsrisiken. −− Sterblichkeits-, Invaliditäts- und Krankheitsrisiko: Risiko, dass die realisierten Todes- oder Invaliditätszahlungen oder Krank- heitskosten unserer Lebens- und Krankenversicherungs­ produkte höher als erwartet ausfallen. −− Langlebigkeitsrisiko: Risiko, dass aufgrund sich ändernder bio- metrischer Annahmen gebildete Reserven nicht zur Deckung unseres Portfolios von Annuitäten und Rentenprodukten ausrei- chen. Biometrische Annahmen, etwa über die Lebenserwartung, spielen hier eine bedeutende Rolle. Wir messen diese Risiken in unserem internen Risikokapitalmodell dadurch, dass wir, wann immer dies relevant oder von Bedeutung ist, zusätzlich nach Level, Trend, Volatilität um die erwarteten Annah- men sowie Katastrophenrisiken unterscheiden. Abhängig von der Art und der Komplexität der beteiligten Risiken wird das Krankenver­ sicherungsgeschäft im internen Modell gemäß der entsprechenden Kalkulationsmethode berücksichtigt und ist daher in den jeweiligen 1 Der kumulierte Nettoüberschuss resultiert aus der Neubewertung der Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle für in früheren Geschäftsjahren eingetretene Schäden und enthält Effekte aus der Währungsumrechnung. Weitere Informationen finden sich unter Angabe 19 im Konzern­- anhang. 2 Dieser Wert wird auf der Grundlage eines Kalenderjahres unter Angabe 19 im Konzernanhang aus­- gewiesen. 3 Weitere Informationen finden sich unter Angabe 19 im Konzernanhang. Zahlen für die Schaden- und Unfallversicherung sowie die Lebens- und Krankenversicherung enthalten. Der überwiegende Teil des Krankenversicherungsgeschäfts wird jedoch dem Geschäftsbereich Lebens- und Krankenversicherung zugeordnet. Dank einer gründli- chen Produktgestaltung, einer umfangreichen Produktpalette und einem wesentlichen Beteiligungsanteil von Versicherungsnehmern in westeuropäischen Ländern lagen zum 31. Dezember 2013 keine nennenswerten Konzentrationen von versicherungstechnischen Risiken in unserem Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft vor.4 Versicherungstechnisches Risiko entsteht, wenn die Profitabili- tät hinter den Erwartungen zurückbleibt. Die Berechnung der Profi- tabilität basiert hierbei auf verschiedenen Parametern – wie histori- schen Verlustinformationen, Annahmen hinsichtlich Inflation, Sterblichkeit oder Invalidität –, die von den tatsächlichen realisierten Werten abweichen können. Beispielsweise kann eine im Vergleich zum Modell höhere Inflation zu einem Verlust führen. Aber auch ent- gegengesetzte Abweichungen sind möglich, die sich dann vorteilhaft auswirkenundzueinemzusätzlichenGewinnführen.Beispielsweise führen niedriger als erwartet ausfallende Invaliditätsraten zu poten- ziell geringeren Aufwendungen. Geschäftsrisiko Geschäftsrisiken beinhalten Kostenrisiken und Risiken aus dem Ver- halten von Versicherungsnehmern. Kostenrisiken hängen mit dem Risikozusammen,dassVerwaltungsaufwendungenhöheralserwartet ausfallen oder dass das Neugeschäftsvolumen auf ein Niveau zurück­ geht, welches nicht ausreicht, um bestehende Fixkosten zu decken. Zu den Risiken aus dem Verhalten von Versicherungsnehmern zählen unvorhersehbare Handlungen der Versicherungsnehmer im Hinblick auf eine vorzeitige Kündigung oder die Ausübung vertrag­ licher Wahlrechte wie Vertragserneuerungen, Rückkäufe oder Ver- rentungen, die sich als nachteiliger herausstellen als ursprünglich angenommen. Annahmen zum Verhalten von Versicherungsneh- mern beruhen auf anerkannten versicherungsmathematischen Methoden und basieren soweit möglich auf eigenen historischen Zeitreihen. Liegen keine ausreichenden eigenen Zeitreihen vor, ver- wenden wir Daten der Versicherungsindustrie oder Expertenschät- zungen. 4 Weitere Informationen zum Versicherungsrisiko im Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft finden sich unter Angabe 20 im Konzernanhang.

Seitenübersicht