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Allianz Geschäftsbericht 2013

128 Geschäftsbericht 2013    Allianz Konzern Strategisches Risiko Das strategische Risiko ist das Risiko einer unerwarteten negativen Veränderung des Unternehmenswerts, hervorgerufen durch sich nachteilig auswirkende Entscheidungen des Managements hinsicht- lich der Geschäftsstrategie und deren Umsetzung. Diese strategischen Risiken werden, wie unten beschrieben, vierteljährlichanalogdemReputationsrisikobewertetundanalysiert. Strategische Kontrollen sollen die Realisierung der strategischen Ziele gewährleisten, indem sie eine Überwachung der jeweiligen Geschäfts­ ziele ermöglichen. Auch Markt- und Wettbewerbsbedingungen, Kapital­markterfordernisse, aufsichtsrechtliche Bedingungen und dergleichen werden überwacht, um zu entscheiden, ob strategische Anpassungen notwendig sind. Darüber hinaus werden strategische Entscheidungen in verschiedenen Ausschüssen auf Vorstandsebene erörtert (zum Beispiel im Group Capital Committee, Group Risk Com- mittee oder Group Finance Committee). Die Beurteilung der damit zusammenhängenden Risiken ist dabei ein wesent­licher Diskus­sions­ punkt. Liquiditätsrisiko Liquiditätsrisiko ist definiert als das Risiko, dass das Unternehmen seinen kurzfristigen oder künftigen Zahlungsverpflichtungen nicht oder nur unter nachteilig geänderten Bedingungen nachkommen kann. Das Liquiditätsrisiko kann insbesondere aus Inkongruenzen zwischen der Fälligkeit von Zahlungseingängen und Finanzierungs- verpflichtungen entstehen. Genaue Informationen zum Liquiditäts- risiko des ­Allianz Konzerns, zu seiner Liquidität und Finanzierung – darunter auch Änderungen hinsichtlich der Barreserve und anderer liquider Mittel – finden sich im Kapitel „Liquidität und Finanzierung” ab    Seite 107 sowie in den Angaben 17, 23, 24 und 43 im Konzern­ anhang. Das wichtigste Ziel in der Planung und Steuerung der Liquidi- tätsposition der ­Allianz SE ist es sicherzustellen, dass die ­Allianz SE ihren Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachkommen kann. Zu die- sem Zweck wird die Liquiditätsposition der ­Allianz SE täglich über- wacht und eine entsprechende Vorschau erstellt. Die strategische Liquiditätsplanung über eine Zeitspanne von zwölf Monaten bzw. drei Jahren wird dem Vorstand regelmäßig vorgelegt. Die kumulierte, kurzfristige Liquiditätsprognose wird täglich aktualisiert. Dabei berücksichtigen wir einen an unserer Strategie ausgerichteten absoluten Mindestpufferbetrag sowie einen absolu- ten Mindestwert für die angestrebte Liquidität. Beide Werte werden für den Cashpool der ­Allianz SE festgelegt, um den Konzern vor kurz- fristigen Liquiditätskrisen zu schützen. In diese strategische Planung fließen sowohl der eventuelle Liquiditätsbedarf als auch mögliche Liquiditätsquellen ein, damit die ­Allianz SE auch bei ungünstigen Veränderungen ihre künftigen Zahlungsverpflichtungen erfüllen kann. Zu den ungewissen Liquiditätsanforderungen zählen die Nichtverfügbarkeit externer Kapitalmärkte, kombinierte Szenarien aus Markt- und Katastrophenrisiken für Tochtergesellschaften sowie eine Unterschreitung der von den Tochtergesellschaften erwarteten Gewinne und Dividenden. Unsere operativen Versicherungsgesellschaften steuern das Liquiditätsrisiko direkt vor Ort. Sie verwenden dabei lokale Systeme zum Management von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die sicherstellen,dassdiesePositionenoptimalaufeinanderabgestimmt werden. Dieser dezentrale Ansatz ermöglicht es uns, Liquidität mit der nötigen Flexibilität bereitzustellen. Die lokalen Investmentstra- tegien konzentrieren sich insbesondere auf die Qualität der Kapital- anlagen und stellen sicher, dass die Portfolios einen erheblichen Anteil an liquiden Vermögenswerten enthalten (zum Beispiel Staats- anleihen oder Pfandbriefe). Dies trägt dazu bei, einen im Fall von unwahrscheinlichen Ereignissen erhöhten Liquiditätsbedarf decken zu können. Zur Schätzung unserer Verbindlichkeiten aus Versiche- rungsverträgenwendenwirversicherungsmathematischeMethoden an. Im Zuge unserer standardisierten Liquiditätsplanung stimmen wir die Zahlungsströme aus unserem Anlageportfolio mit den geschätzten Zahlungsströmen ab, die aus unseren Verbindlichkeiten resultieren. Diese Analysen erfolgen für jede einzelne Gesellschaft und werden auf Konzernebene zusammengeführt. Liquiditätsprognose und -management sind im Asset Manage- ment ein fortlaufender Prozess, der dazu dient, sowohl die aufsichts- rechtlichenAnforderungenalsauchdieKonzernstandardszuerfüllen. Unterstützt wird dieser Prozess durch Rahmenbedingungen für die Steuerung von Liquiditätsrisiken, die im ­Allianz Asset Management eingeführt wurden.  Reputationsrisiko Die Wahrnehmung der ­Allianz als respektierter und verantwortungs- bewusst handelnder Anbieter von Finanzdienstleistungen hängt von unserem Verhalten in einer Vielzahl von Bereichen wie Produktqua- lität, Corporate Governance, Finanzergebnis, Kundenservice, Mitar- beiterführung, geistiges Eigentum und Corporate Responsibility ab. Das Reputationsrisiko ist das Risiko einer unerwarteten nachteiligen Veränderung des Kurses der ­Allianz Aktie, des Werts des aktuellen Versicherungsvertragsbestands oder des Werts des künftigen Geschäftsvolumens, die auf einen Ansehensverlust der ­Allianz zurückzuführen ist. Group Risk definiert mit Unterstützung von Group Communi- cations, Group Compliance und dem ESG-Büro 1 sensible Geschäfts- felder sowie entsprechende Risikorichtlinien, die für alle operativen Einheiten im ­Allianz Konzern verbindlich sind. Zur Identifikation von Reputationsrisiken arbeiten sämtliche betroffene Funktionen auf Konzern- und lokaler Ebene eng zusammen. Group Communications ist für die Risikoeinschätzung auf Basis der konzernweiten Vorgaben 1 Das ­Allianz Environmental, Social, Governance (ESG) Board sowie das ESG-Büro dienen als Beratungsgre- mien des Vorstands der ­Allianz SE und sorgen dafür, dass Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen im Rahmen der Unternehmensführung sowie des Entscheidungsprozesses berücksichtigt werden.

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