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Allianz Geschäftsbericht 2013

132 Geschäftsbericht 2013    Allianz Konzern Weitere Chancen und Heraus­forderungen 1 Der Erfolg unseres Geschäfts hängt wesentlich davon ab, wie sich eine Reihe globaler Probleme langfristig entwickelt. Im Sinne eines nachhaltigen und profitablen Wachstums ist es unseres Erachtens deshalb sehr wichtig, die damit aktuell und künftig verbundenen Herausforderungen und Chancen zu beobachten, zu analysieren und angemessen darauf zu reagieren. Dieser Strategie folgen wir konsequent, sodass sich der ­Allianz Konzern in der privilegierten Position befindet, auf diesem Vertrauen aufbauen, die zahlreichen Herausforderungen meistern und auf Chancen eingehen zu können. Im Folgenden gehen wir auf die für uns wichtigsten Aspekte ein. Klimawandel und gesellschaftliche Herausforderungen Die Erderwärmung droht unser Klima zu verändern. Wir sind uns dessen bewusst, dass der Klimawandel eine Reihe von Klumpen­ risiken, aber auch Chancen mit sich bringen kann, die sich auf alle Geschäftsbereiche auswirken. In einer konzernweiten Strategie decken wir daher klimabezogene Risiken und Chancen für unser Geschäft und unsere Kunden ab. Wir versichern und investieren in erneuerbare Energien, wie beispielsweise Wind- und Solarparks. Wir bieten unseren Kunden Grüne Lösungen und Beratung zur Minde- rung wetterbedingter Risiken an. Außerdem beziehen wirNachhaltig­ keitsaspekte in unsere Vermögensverwaltungsprozesse ein und redu- zieren und neutralisieren unsere eigenen Treibhausgasemissionen. Der demografische Wandel geht für Finanzdienstleister sowohl mit Herausforderungen als auch Chancen einher. Während die städ- tische Bevölkerung und die Mittelschicht in Asien und Afrika weiter wachsen, sehen sich die westlichen Gesellschaften mit einer zuneh- menden Überalterung und weniger Erwerbstätigen konfrontiert. Angesichts einer nie dagewesenen Anzahl über 60-Jähriger sowie rückläufiger Geburtenraten stehen die Sozialversicherungssysteme unterDruckunddieNachfragenachzusätzlicherAltersvorsorgesteigt. Wir reagieren auf diese Entwicklungen mit integrierten Lösungen in den Bereichen Versicherung und Vermögensverwaltung.Vor diesem Hintergrund sollte die ­Allianz auch künftig von ihren Alters- und Gesundheitsvorsorgedienstleistungen und Assistance-Produkten profitieren. Zu verdanken haben wir dies unserer guten Markt­ position in Kontinentaleuropa und in den USA, unserer starken Marke und unserem vielseitigen Produktportfolio. 1 Weitere Informationen zum Vorbehalt bei Zukunftsaussagen finden Sie im Kapitel „Ausblick 2014” ab Seite 93. In Schwellenländern ist der Aufbau umfassender sozialer Siche- rungssysteme erforderlich, da traditionelle familiäre Bande und andere unterstützende Strukturen schwächer werden. Unser wach- sendes Mikroversicherungsportfolio – von der Lebens- und Kranken- versicherung bis hin zur Ernteversicherung – ermöglicht einkom- mensschwachen Familien in Entwicklungsländern, sich gegen Risiken abzusichern, diese besser zu bewältigen und somit eine sicherere Zukunft aufzubauen. Die Erträge aus Mikroversicherungen sind weitaus geringer als bei traditionellen Produkten, aber wir gehen davon aus, dass sich die Zufriedenheit unserer Versicherten mittel- bis langfristig auszahlt: Viele von ihnen werden voraussicht- lich wirtschaftlich aufsteigen und dann auch unsere Standardpro- dukte in Anspruch nehmen. Die fortschreitende Digitalisierung hat zur Folge, dass Kunden bei der Mediennutzung, der Suche nach Informationen oder Empfeh- lungen sowie dem Kauf von Produkten neue Wege beschreiten. Sozi- ale Netzwerke und andere Online-Kanäle gewinnen zunehmend an Bedeutung. Zugleich stellen Kunden immer höhere Erwartungen an den Service. Wir passen uns fortlaufend an diesen neuen digitalen Lebensstil an, um mit unseren Zielgruppen in Verbindung zu bleiben und zugleich unseren Kundendienst zu verbessern. Im Rahmen unseres Programms „Allianz Digital Target Picture“ loten wir die Chancen aus, die durch die veränderten Präferenzen unserer Kunden entstehen. Weitere Informationen dazu finden sich im Kapitel „Fortschritte in nachhaltiger Entwicklung“ ab    Seite 61. Aufsichtsrechtliche und gesetzliche Änderungen Die Versicherungsbranche steht in den Industrieländern einer zu­­ nehmenden Regulierung gegenüber. Beispiele sind etwa Solvency II in der EU oder die vom Finanzstabilitätsrat (FSB) geleiteten Diskussio- nen über das systemische Risiko (G-SII). Im Juli 2013 wurde die ­Allianz als global systemrelevanter Versi- cherer (G-SII) eingestuft, für den zusätzliche Vorschriften zu Sanie- rungs-undAbwicklungsplänen,eineverstärktekonzernweiteAufsicht sowie – aller Voraussicht nach – vereinheitlichte und möglicherweise höhere Kapitalanforderungen gelten. In jedem Fall werden die mit der Aufstellung der Sanierungs- und Abwicklungspläne verbundenen Verwaltungskosten steigen. Darüber hinaus könnte sich Solvency II stark auf Geschäfte mit langfristigen Sparprodukten auswirken und außerdem Anlagen in Aktien sowie anderen Anlageklassen weniger attraktiv machen. Gleichzeitig eröffnen diese aufsichtsrechtlichen Entwicklungen aber auch neue Chancen: Denkbar ist, dass der größere Kapitalbedarf und die stärkere Regulierung zu einer Konsolidierung innerhalb der Versicherungsbranche führen, so dass in diesem Umfeld nur finan- ziell solide Versicherungsunternehmen überleben.

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