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Allianz Geschäftsbericht 2013

154 Geschäftsbericht 2013    Allianz Konzern fälle, gebildet, um die geschätzten Aufwendungen und Schadenregu- lierungskosten zu berücksichtigen, die bis zur endgültigen Schaden- abwicklung voraussichtlich nötig sein werden. In die Schätzung der Rückstellungen des ­Allianz Konzerns fließen Erfahrungswerte ein, die gemäß aktuellen Trends und anderen relevanten Faktoren ange- passt werden. Die Rückstellungen für eingetretene, aber noch nicht gemeldete Versicherungsfälle werden auf der Grundlage versiche- rungsmathematischer und statistischer Modelle der erwarteten Kos- ten für die endgültige Abwicklung und die Verwaltung von Schäden gebildet. Die Analysen basieren auf aktuell bekannten Fakten und Gegebenheiten, Prognosen künftiger Ereignisse, Schätzungen der künftigen Inflationsentwicklung und weiteren sozioökonomischen Faktoren. Beispiele für die zur Rückstellungsbildung für eingetretene, aber noch nicht gemeldete Versicherungsfälle herangezogenen Fak- toren sind Entwicklungen bei der Schadenhäufigkeit, Schadenhöhe und der Zeitverzögerung von gemeldeten Schäden. Die Rückstellun- gen für eingetretene, aber noch nicht gemeldete Versicherungsfälle werden regelmäßig geprüft und zusätzliche Informationen und tat- sächliche Schadenmeldungen entsprechend berücksichtigt. Rückstellungen für Schäden und noch nicht abgewickelte Versi- cherungsfälle werden grundsätzlich nicht diskontiert. Davon ausge- nommen sind Zahlungen, deren Höhe fix und deren Zeitpunkt ver- lässlich bestimmbar ist. Diskontierte Schadenrückstellungen sowie deren Effekte aus der Aufzinsung werden in den Rückstellungen für Versicherungs- und Investmentverträge ausgewiesen, um zum einen die Rückstellungsart zu reflektieren und zum anderen in der Kenn- zahl Combined Ratio ausschließlich das technische Ergebnis wider- zuspiegeln. Rückstellungen für Versicherungs- und Investmentverträge Die Rückstellung en für Versicherungs- und Investmentverträge ent- halten die Deckungsrückstellung, die Rückstellung für Beitrags­ rückerstattung sowie die übrigen versicherungstechnischen Rück- stellungen. Deckungsrückstellung für Versicherungsverträge Die Deckungsrückstellung für Lebensversicherungsverträge mit Gewinnbeteiligung wird nach der Net-Level-Premium-Methode berechnet, gestützt auf Annahmen für Sterblichkeit, Invalidität und die Verzinsung, die vertraglich garantiert ist oder der Bestimmung der Überschussbeteiligung (oder Beitragsrückerstattung) zugrunde liegt. Die Deckungsrückstellung für traditionelle langlaufende Versi- cherungsverträge, wie beispielsweise traditionelle Lebens- und Kran- kenversicherungsverträge, wird nach der Net-Level-Premium-Metho- de ermittelt, die sich auf Annahmen gemäß bester Schätzung für Sterblichkeit, Invalidität, erwartetes Anlageergebnis, Rückkauf und Abschlussaufwendungen unter Einschluss einer Marge für ungüns- tige Abweichungen stützt. Diese Annahmen werden für die Folgezeit festgeschrieben, es sei denn, ein Prämiendefizit (drohender Verlust) tritt ein. Die Deckungsrückstellung für Verträge vom Typ Universal Life entspricht dem Saldo aus den eingenommenen Beiträgen und dem den Versicherungsnehmern gutgeschriebenen Finanzanlageergeb- nis abzüglich der Aufwendungen für Sterbefälle und anderer Auf- wendungen. Die Deckungsrückstellung für Verträge vom Typ Univer- sal Life enthält ebenfalls Deckungsrückstellungen für fonds- gebundene Versicherungsverträge sowie für Investmentverträge mit ermessensabhängiger Überschussbeteiligung. Die Deckungsrück- stellungen enthalten auch Verbindlichkeiten für garantierte Mindest- leistungen im Todesfall und ähnliche Todesfall- und Invaliditätsleis- tungen im Zusammenhang mit nichttraditionellen Verträgen mit Verrentungsoptionen. Verträge von Typ Universal-Life und Investmentverträge können Vertragsbestandteile enthalten, die nicht in einem engen Zusam- menhang mit dem zugrunde liegenden Versicherungsvertrag stehen. Diese Bestandteile werden von dem Versicherungsvertrag getrennt als Derivate gemäß IFRS 4 und IAS 39 bilanziert. Für die Deckungsrückstellungen werden aktuelle und histori- sche Kundendaten, Branchendaten sowie im Fall von Zinsannahmen erwartete Erträge aus Finanzanlagen, welche die künftigen Leistun- gen an die Versicherungsnehmer decken, zur Ermittlung der Annah- men herangezogen. Die von den Versicherungsmathematikern des ­Allianz Konzerns für die Annahmen verwendeten Daten umfassen unter anderem Annahmen aus der Prämienkalkulation, verfügbare Erfahrungsstudien und Rentabilitätsanalysen. Die der Berechnung der aktivierten Abschlusskosten und der Deckungsrückstellung als Annahme zugrunde liegenden Zinssätze sind folgende: Als annahme zugrunde liegende Zinssätze traditionelle langlaufende Versicherungs- verträge Lebens- versicherungs- verträge mit Gewinnbeteiligung Aktivierte Abschlusskosten 2,5 – 6,0 % 2,2 – 5,0 % Deckungsrückstellung 2,5 – 6,0 % 0,8 – 4,3 % Der ­Allianz Konzern erfasst in Übereinstimmung mit seinen Bilan- zierungs- und Bewertungsgrundsätzen alle Rechte und Verpflichtun- gen aus eingegangenen Versicherungsverträgen. Folglich hat der ­Allianz Konzern die Einlagenkomponente nicht getrennt von der Versicherungskomponente der Versicherungsverträge erfasst. Die Deckungsrückstellung für nicht fondsgebundene Invest- mentverträge, die keine ermessensabhängige Überschussbetei­ ligung enthalten, wird gemäß IAS 39 bilanziert. Die Deckungsrück- stellung für diese Verträge wird anfangs mit dem Fair Value oder dem Guthaben des Versicherungsnehmers, vermindert um Abschluss­ kosten, die direkt dem Abschluss des Vertrags zugeordnet werden

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