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Allianz Geschäftsbericht 2013

3 – Verwendung von Schätzungen und Annahmen Die vorherige Angabe 2 beschreibt die Bilanzierungsgrundsätze, die der ­Allianz Konzern bei der Aufstellung des Konzernabschlusses berücksichtigt. Dieser Abschnitt beschreibt, wie bestimmte ausge- wiesene Zahlen durch die Verwendung von Schätzungen und Annah- men wesentlich beeinflusst werden können, sowie die Prozesse, die der ­Allianz Konzern zur Überwachung der vorgenommenen Beurtei- lungen etabliert hat. Beide Seiten der Bilanz des ­Allianz Konzerns sind in einem hohen Maß von Schätzungen und zahlreichen Annahmen beein- flusst, die der Bewertung von Vermögenswerten und Verbindlichkei- ten zugrunde liegen. Die benutzten Schätzverfahren und die Aus- wahl angemessener Annahmen erfordern ein gutes Urteilsvermögen sowie die Entscheidungskompetenz des Managements, um geeigne- te Werte für diese Vermögenspositionen und Verbindlichkeiten zu ermitteln. Jede Änderung der Schätzungen und Annahmen kann unter bestimmten Umständen die veröffentlichten Werte und Ergeb- nisse erheblich beeinflussen, da die Ermessensspanne in einigen Fällen sehr groß sein kann. Dem ­Allianz Konzern ist bewusst, in wel- chem Ausmaß sich solche Ermessensfestlegungen auswirken kön- nen. Daher wurden ein solides Steuerungssystem sowie Kontrollen, Verfahren und Richtlinien implementiert, um Konsistenz und Zuver- lässigkeit der Ermessensentscheidungen sicherzustellen. Konzernunternehmen haben Vorkehrungen zu treffen, dass Schätzungen im Zusammenhang mit der Rechnungslegung nach solidem Urteilsvermögen erfolgen. Hierzu gehören Schulungen, die Einstellung von Mitarbeitern mit passendem Anforderungsprofil (etwa Wirtschaftsprüfern, erfahrenen Buchhaltern, Aktuaren und Finanzfachleuten) sowie Handbücher zu Rechnungslegungsrichtli- nien, -verfahren und -kontrollen. Auf Konzernebene sind entsprechend Prozesse und Ausschüsse eingerichtet worden, um sicherzustellen, dass die Standards des ­Allianz Konzerns angemessen und konsistent angewendet werden. Zudem hat der ­Allianz Konzern ein Umfeld geschaffen, das sich zu Verlässlichkeit bekennt, sowie eine Kultur, die zu offenen Diskussio- nen ermutigt, die Gelegenheit zu Fragen bietet sowie Erkenntnisge- winne aus Fehlern erlaubt, Meinungsäußerungen von Fachleuten zulässt und auf das Vier-Augen-Prinzip achtet. Die Aufgabe von Aus- schüssen ist es, Ermessensentscheidungen und die Auswahl der Annahmen offen unter Fachleuten zu diskutieren sowie Abweichun- gen festzustellen und zu korrigieren. In keinem der Ausschüsse führt der Chief Financial Officer des ­Allianz Konzerns den Vorsitz. Besonders die im Folgenden aufgeführten komplexen Gebiete der Rechnungslegung werden wesentlich von Schätzungen und Annahmen beeinflusst. RÜCKSTELLUNGEN FÜR SCHÄDEN UND NOCH NICHT ABGEWICKELTE VERSICHERUNGSFÄLLE, Rück­stel­lun­gen für VERSICHERUNGS- UND INVESTMENTVERTRÄGE sowie AKTIVIERTE ABSCHLUSSKOSTEN Zum 31. Dezember 2013 veröffentlichte der ­Allianz Konzern:1 −− Rückstellungen für Schäden und noch nicht abgewickelte Versi- cherungsfälle von 66 566 Mio €, vor allem für das Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft einschließlich des in Abwicklung befindlichen Versicherungsgeschäfts und des Rückversiche- rungsgeschäfts; −− Rückstellungen für Versicherungs- und Investmentverträge von 404 072 Mio €, im Wesentlichen für das Lebens- und Krankenver- sicherungsgeschäft; −− aktivierte Abschlusskosten von 22 203 Mio €. Die Rückstellungen aus dem Lebens- und Krankenversicherungs­ geschäft sind abhängig von Annahmen, zum Beispiel über die Lebenserwartung einer versicherten Person (Sterblichkeits- und Langlebigkeitsrisiko) oder die Entwicklung der Zinssätze und der Investmenterträge (Risiko aus einem „Asset-Liability Mismatch“). Diese Annahmen haben auch eine Auswirkung auf die Darstellung der Kosten für den Abschluss von Versicherungsgeschäften (Abschluss­­kostenundVerkaufsförderungfürVersicherungsverträge) und den Wert der übernommenen Versicherungsgeschäfte (Bestandswert von Lebens- und Krankenversicherungsbeständen). Damit innerhalb des gesamten ­Allianz Konzerns die versicherungs- mathematischen Methoden und Annahmen bei der Bildung von Lebens- und Krankenversicherungsrückstellungen einheitlich ange- wandt werden, hat der ­Allianz Konzern ein zweistufiges Verfahren für die Bildung von Rückstellungen entwickelt. Zuerst werden die Rück- stellungen für das Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft von erfahrenen und qualifizierten Mitarbeitern der Konzernunterneh- men vor Ort berechnet. Auch die Prüfung der Angemessenheit der Prämien bzw. der Rückstellungen für die Erfüllung von zukünftigen Ansprüchen und Ausgaben (Liability Adequacy Test) erfolgt auf lokaler Ebene. Maßgeblich dafür sind die konzernweiten Standards für die Anwendung einheitlicher und plausibler Annahmen. Der zuständige örtliche Aktuar bestätigt die Angemessenheit der Rückstellungen 1 Weitere Informationen finden sich unter Angabe 2 Zusammenfassung wesentlicher Bilanzierungsgrund- sätze, Angabe 12 Aktivierte Abschlusskosten, Angabe 19 Rückstellungen für Schäden und noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle und Angabe 20 Rückstellungen für Versicherungs- und Investment­- verträge. D Konzernabschluss 139 Konzernbilanz 140 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 141 Konzerngesamtergebnisrechnung 142 Konzerneigenkapitalveränderungs­ rechnung 143 Konzernkapitalflussrechnung 146 Konzernanhang 157Geschäftsbericht 2013    Allianz Konzern In Angabe 3 werden die Prozesse und Kontrollen, die eingeführt wurden, um eine angemessene Verwendung von Schätzungen und Annahmen sicherzustellen, erklärt.

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