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Allianz Geschäftsbericht 2013

und die Einhaltung der konzernweiten Standards. In einem zweiten Schritt prüft die Abteilung Group Actuarial des ­Allianz Konzerns regelmäßig die Rückstellungsverfahren bei den Konzernunterneh- men, einschließlich der Angemessenheit und Einheitlichkeit der Annahmen, und analysiert Veränderungen in den Reserven. Sämtli- che Anpassungen der Rückstellungen und anderer versicherungs- technischer Positionen werden an den Rückstellungsausschuss (Group Reserve Committee) des ­Allianz Konzerns berichtet und gemeinsam mit diesem analysiert. Die Bildung von Rückstellungen im Schaden- und Unfallversiche- rungsgeschäftzeichnetsichinsbesonderedurchdieVerwendungvon Schätzungen und den Einsatz von Ermessensentscheidungen über die Entwicklung der Schadenreserven aus. Ähnlich dem Prozess im Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft ist auch hier ein zwei- stufiger Prozess implementiert worden. Im ersten Schritt werden die Rückstellungen in jedem Rechts- raum unter Berücksichtigung zahlreicher örtlicher Faktoren für ein- zelne Geschäftszweige berechnet. Dieser Prozess beginnt mit der Datenerfassung der zuständigen Aktuare vor Ort. Die Konzernunter- nehmengruppierendieRückstellungsdateninderRegelinmöglichst kleine homogene Segmente, die noch genügend Aussagekraft besit- zen, um als Grundlage für stabile Prognosen zu dienen. Sobald die Daten erfasst sind, werden daraus Muster für die Schadenregulie- rung und das Auftreten von Versicherungsfällen abgeleitet. Die Grundlage bilden historische Daten, die in Abwicklungsdreiecken zusammengefasst und nach Anfalljahren gegenüber Entwicklungs- jahrenangeordnetwerden.DieSchadenregulierungs-und-meldungs­ muster werden anhand der beobachteten historischen Entwick- lungsfaktoren ausgewählt und zudem vom zuständigen Aktuar beurteilt, der mit dem jeweiligen Versicherungsgeschäft, der Schaden­ bearbeitung, den Daten und Systemen sowie mit den Marktbedin- gungen, der Wirtschaftslage und dem gesellschaftlichen und recht- lichenUmfeldvertrautist.Anschließendwerdendievoraussichtlichen Schadenquoten ermittelt, die sich aus der Analyse historisch beob- achteter Schadenquoten ergeben, korrigiert um Faktoren wie Scha- denentwicklung, Schadeninflation, Beitragsänderungen, Verände- rungen der Portfoliozusammensetzung und Veränderungen der allgemeinen Geschäftsbedingungen. Anhand der oben genannten Abwicklungsmuster und der vor- aussichtlichen Schadenquoten schätzen die Aktuare vor Ort die letzt- endlichenSchädenunddiezugeordnetenSchadenregulierungskosten mithilfe verschiedener Methoden wie zum Beispiel der Schaden­ abwicklungsmethode (Chain-Ladder-Verfahren), der Bornhuetter- Ferguson-Methode oder dem Frequency-Severity-Ansatz. Nach Maßgabe der obigen Prognose der endgültigen Schäden nach Anfalljahr – also in Bezug auf das Entstehungsjahr der Schäden –nehmendieKonzernunternehmeneineunmittelbareSchätzungder Gesamtrückstellungen für Schäden und noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle vor, indem die kumulierten Schadenzahlungen bis zum jeweiligen Bilanzstichtag subtrahiert werden. Anschließend berechnen die Aktuare die Rückstellungen für eingetretene, aber noch nicht erledigte Versicherungsfälle als Differenz zwischen −− den Gesamtrückstellungen für Schäden und noch nicht abgewi- ckelte Versicherungsfälle und −− den Rückstellungen, die von den Schadensachbearbeitern im Einzelfall gebildet werden. Die Schätzungen für das laufende Anfalljahr bestimmen die Scha- denquoten und die Rentabilität der Geschäftstätigkeit im jeweils zurückliegenden Jahr. Für alle früheren ­Anfalljahre wird die Verände- rung der Schätzungen als ­(positives oder negatives) Abwicklungs­ ergebnis in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Da die Schadenrückstellungen eine Schätzung ungewisser künf- tiger Ereignisse darstellen, ermitteln die Aktuare vor Ort verschiede- ne realistische Szenarien. Um die Streuung der geschätzten Schaden- rückstellungen zu analysieren, verwenden die Aktuare verschiedene Methoden und Ansätze, darunter sowohl einfache Sensitivitätstests mittels alternativer Annahmen als auch komplexere stochastische Verfahren. Die Rückstellungsstandards des ­Allianz Konzerns schrei- ben vor, dass der Rückstellungsausschuss jedes Konzernunterneh- mens in vierteljährlichen Abständen zusammenkommt, um die Entscheidungen im Hinblick auf Rückstellungen zu erörtern und zu dokumentieren, die bestmögliche Schätzung der endgültigen Rück- stellungshöhe aus einer Reihe möglicher Szenarien auszuwählen und die Begründung der Auswahl für die jeweilige Einheit zu doku- mentieren. Im zweiten Schritt erfolgt eine zentrale Überprüfung der Rück- stellungen durch die Abteilung Group Actuarial des ­Allianz Konzerns. Dies schließt die Überprüfung der Konsistenz und Angemessenheit der gewählten Annahmen ein. Wesentliche Aspekte, die sich durch die Überprüfung ergeben, werden an den Rückstellungsausschuss des ­Allianz Konzerns (Group Reserve Committee) gemeldet, um gegebenenfalls Maßnahmen zu ergreifen. Für das Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft sowie für das Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft besteht der Überprü- fungsprozess aus den folgenden Kernelementen: Konzernweite Standards und Richtlinien: Sie definieren bestimmte Aspekte des Prozesses für die Rückstellungsbildung, die von allen Konzernunternehmen durchgeführt werden müssen, ein- schließlich bestimmter Bereiche der Schätzungen und Annahmen. Die Vorgaben beziehen sich auf die Organisationsstruktur, Daten, Methoden und Berichterstattung. Die Abteilung Group Actuarial des ­Allianz Konzerns überwacht die Einhaltung dieser Standards und Richtlinien. Regelmäßige Besuche der Konzernunternehmen:  Die Abteilung Group Actuarial des ­Allianz Konzerns besucht regelmäßig die Kon- zernunternehmen, um sicherzustellen, dass die konzernweiten Stan- dards und Richtlinien angewandt werden. Bei diesen Besuchen liegt 158 Geschäftsbericht 2013    Allianz Konzern

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