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Allianz Geschäftsbericht 2013

206 Geschäftsbericht 2013    Allianz Konzern Ein wesentlicher Teil der Aktivitäten des Geschäftsbereichs Leben/ Kranken des ­Allianz Konzerns entfällt auf Westeuropa. Gesetze und Vorschriften für Versicherungen sehen dort historisch bedingt eine gesetzliche oder vertragliche Mindestbeteiligung der Versicherungs- nehmer am Ergebnis des Versicherers vor. Insbesondere Deutsch- land, die Schweiz und Österreich, die zum 31. Dezember 2013 rund 49 % (2012: 49 %) der Rückstellungen für Versicherungs- und Invest- mentverträge hielten, sind durch wesentliche Beteiligungen der Ver- sicherungsnehmer an allen Ergebnisquellen einschließlich Risiko-, Kapitalanlage- und Kostenergebnis gekennzeichnet. Als Ergebnis dieserBeteiligungvonVersicherungsnehmernistdasVersicherungs-, Kapitalanlage- und Kostenrisiko des ­Allianz Konzerns begrenzt. Des Weiteren erfüllen alle Rentenversicherungsverträge des ­Allianz Konzerns in den USA die Anforderungen für die Klassifizie- rung als Versicherungsvertrag nach IFRS 4, weil diese Verträge Wahl- rechte für die Versicherungsnehmer enthalten, eine lebenslange Rente zu beziehen. Diese Verträge setzen den ­Allianz Konzern weder derzeit einem signifikanten Langlebigkeitsrisiko aus, noch wird erwartet, dass sie den ­Allianz Konzern in Zukunft einem solchen Risi- ko aussetzen werden, da sowohl die angenommenen als auch die beobachteten Verrentungsraten sehr niedrig sind. Darüber hinaus bergen zahlreiche traditionelle Verträge im ­Allianz Konzern, die in Frankreich und Italien vertrieben werden, kein signifikantes versi- cherungstechnisches Risiko, ungeachtet der Tatsache, dass diese Verträge aufgrund der ermessensabhängigen Überschussbeteili- gung als Versicherungsverträge bilanziert werden. Ebenso birgt ein Großteil der fondsgebundenen Verträge des ­Allianz Konzerns in Frankreich und Italien kein signifikantes versicherungstechnisches Risiko. Aufgrund der erheblichen Vielfalt von Vertragsarten, einschließ- lich der sich gegenseitig ausgleichenden Effekte wie Sterberisiko und Langlebigkeitsrisiko in kombinierten Portfolios aus Lebens- und Ren- tenversicherungen, der geografischen Aufteilung des Geschäftsbe- reichs Leben/Kranken sowie der Höhe der Beteiligung von Versiche- rungsnehmern am Sterbe- und Krankheitsrisiko in bestimmten westeuropäischen Ländern, ist der ­Allianz Konzern der Überzeugung, dass der Geschäftsbereich Leben/Kranken keine wesentlichen Versi- cherungsrisiken birgt und dass der Jahresüberschuss oder das Eigen- kapital keinem besonderen versicherungstechnischen Risiko unter- liegen. Aufgrund der Garantieverzinsung in den meisten der nicht fondsgebundenen Verträge ist der Geschäftsbereich Leben/Kranken des ­Allianz Konzerns einem wesentlichen Kapitalanlagerisiko unter- worfen. Eine Übersicht über die gewichtete Durchschnittsgarantie- verzinsung der wichtigsten operativen Konzerngesellschaften des Geschäftsbereichs Leben/Kranken (die 2013 und 2012 jeweils 87 % der nicht fondsgebundenen Rückstellungen hielten) stellt sich nach Län- dern wie folgt dar: Gewichtete Durchschnittsgarantieverszinsungen von Lebensversicherungsunternehmen Stand 31. Dezember 2013 2012 Garantieverzinsung Nicht fondsgebundene Rück­stellungen %-Satz der nicht fondsgebundenen Rück­stellungen Garantieverzinsung Nicht fondsgebundene Rück­stellungen %-Satz der nicht fondsgebundenen Rück­stellungen % mRD € % % mRD € % Deutschland 3,0 146,8 97,5 3,1 138,9 97,7 Frankreich 0,6 53,4 77,5 0,7 52,1 79,2 Italien 2,3 27,7 56,9 2,5 27,0 60,0 USA 1,1 55,9 71,5 1,3 54,9 73,8 Schweiz 2,1 9,8 92,7 2,2 9,7 92,5 Südkorea 4,7 8,5 89,3 4,7 8,6 90,4 Belgien 3,2 8,0 96,1 3,4 7,6 96,7 Auf den meisten dieser Märkte übersteigt der Effektivzinssatz, der sich aus dem Investmentportfolio ergibt, die Garantieverzinsung. Zusätzlich kann die Geschäftstätigkeit in diesen Märkten wesent­ liche Sterblichkeits- und Kostenmargen enthalten. Allerdings haben die Leben/Kranken-Konzerngesellschaften in der Schweiz, Belgien, Südkorea und Taiwan eine hohe Garantieverzinsung in Altverträgen und können dadurch sensibel auf ein Sinken der Investmenterträge bzw. auf ein anhaltend niedriges Zinsniveau reagieren. Zum 31.  De­- zember 2013 hat der ­Allianz Konzern für das am meisten gefährdete Teilportfolio in Südkorea die aktivierten Abschlusskosten abgeschrie- ben und zusätzliche Rückstellungen gebildet, mit einer Auswirkung auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung von - 111 mio €. Aus diesem Grund ist der ­Allianz Konzern davon überzeugt, dass der Geschäftsbereich Leben/Kranken zum 31. Dezember 2013 keinem weiteren wesentlichen Risiko der Unterdeckung von Rückstellungen unterlag.

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